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Stephen Paddock, 64 Jahre alt, Eigentümer von Immobilien in Arizona, Texas und Kalifornien, war ein wohlhabender Mann, als die Welt 2017 seinen Namen kennenlernte. Paddocks Vermögen warf Rendite ab, er gewann öfter hohe Summen als Glücksspieler, hatte eine Lebensgefährtin, liebte Kreuzfahrten und Country-Konzerte und lebte an wechselnden Orten in der Nähe von Casinos.

Paddock galt als unauffälliger Bürger, mit dem Gesetz war er nie in Konflikt gekommen. Doch wie über Nacht, so die mediale und familiäre Darstellung, mutierte dieser Mann zum Monstrum. Am 1. Oktober 2017 beging Stephen Paddock ein Verbrechen, das die Öffentlichkeit nicht nur in den USA erschütterte.

Von zwei zerschlagenen Fenstern der 32. Etage des Mandalay-Hotels in Las Vegas aus hatte Stephen Paddock mit einem Arsenal von Schusswaffen wahllos in eine Menge von 22000 ihm unbekannter Menschen hineingefeuert. Paddock schoss, als wäre er ein Jäger, der von einem Hochsitz am Waldsaum aus auf Rehe zielt, die ahnungslos auf einer Lichtung äsen. Seine Kugeln töteten 58 Besucher eines Country-Konzerts in Las Vegas und verletzten 887 weitere. Es war der größte durch einen Einzelnen verursachte Massenmord in der Geschichte der USA. Als sein improvisierter Schießstand von Sicherheitskräften im Hotel entdeckt wurde, nahm der Täter sich das Leben.

Anfang August 2018 veröffentlichten die Ermittler des FBI in Las Vegas ihren Abschlussbericht. Auf der Pressekonferenz bekannte Sheriff Joseph Lombardo: “Wir haben keine Antwort gefunden auf das Warum.” Auch eine Autopsie vom Gehirn des Täters ergab keinerlei pathologische Befunde. Noch dieses Jahr wollen die Profiler vom “Behavioral Analysis Unit” des FBI einen eigenen Report vorlegen. Vielleicht werden sie zumindest eine Antwort versuchen.

Verstört präsentierte sich Eric Paddock, sein jüngster Bruder, nach der Tat vor den Fernsehkameras. “Wir haben keine Ahnung, warum er so gehandelt hat”, erklärte er im Namen der Familie. Vor Kurzem erst habe der fürsorgliche Stephen ihrer alten Mutter in Florida einen Rollator schicken lassen, da sie nicht gut zu Fuß sei. Anfang September 2017 habe er sich erkundigt, wie es Erics Familie nach dem Stromausfall wegen des Hurrikans Irma ergangen sei. Völlig normal sei er gewesen, beteuerte sein Umfeld, etwas kontaktscheu und knapp, aber ganz unauffällig.

Typische Amokläufer sind meist verzweifelte, wütende Jugendliche oder junge Männer. Hier schockierte das hohe Alter des Täters ebenso wie die vermeintlich komplette Anlasslosigkeit der Tat. Jegliches Motiv ideologischer, religiöser, privater, rassistischer oder politischer Art schien zu fehlen. Stephen Paddock schrieb kein Manifest und keinen Abschiedsbrief. Er war nicht gläubig. Er hinterließ kein Testament. Seine Opfer waren Junge und Alte, Schwarze und Weiße, Männer und Frauen, die im Freien Musik hörten. Wen seine Kugeln töten würden, konnte der Täter nicht wissen. Was hatte ihn getrieben?

Mutmaßungen und Verschwörungstheorien kursierten. Medien spekulierten über einen Sohn, der “die psychopathischen Gene” eines kriminellen Vaters geerbt habe. Andere sahen dämonische Kräfte am Werk, Amerikas Präsident Donald Trump sprach von einer Manifestation “des schier Bösen”, “an act of pure evil”. Die Leitung des Mandalay-Hotels holte einen katholischen Priester, um den Raum zu segnen, von dem aus Paddock geschossen hatte. Das sollte das verstörte Hotelpersonal beruhigen. Er habe im Raum “das Böse” gespürt, erklärte Reverend Clete Kiley, der dort das Gebet zum Erzengel Michael mit der Bitte um Schutz in der Schlacht sprach.

Mystifizierende Deutungsmuster auf der einen konkurrierten mit biologistischen und positivistischen auf der anderen Seite. Beide Muster sind Anzeichen einer Abwehr, wie sie typisch ist für die öffentliche Sphäre der Gegenwart. Wo schreckliche Taten geschehen, wollen wir als Gesellschaft nicht damit verknüpft sein – es war “das Andere”, “das Böse”.

2016 veröffentlichte die Mutter eines der beiden Amokläufer von der Columbine High School ein Buch über ihren Sohn, Dylan Klebold. Selbst mit der Lupe hätte man in ihrer Familie “nichts gefunden, was nicht hochgradig durchschnittlich war”. Sie warf sich vor, Alarmsignale übersehen zu haben, etwa als Dylan sich zu Weihnachten eine Waffe gewünscht hatte. Und sie erinnerte dunkle “Vorahnungen”. Einmal habe sie das Neugeborene auf dem Arm gehalten, als sie “plötzlich das Gefühl drohenden Unheils” befiel und sie “erschauderte, als wäre ein Raubvogel über uns hinweggeflogen und hätte seinen Schatten auf uns geworfen”. Sie sei nicht abergläubisch, habe aber geahnt, “dieses wundervolle kleine Bündel in meinen Armen” werde ihr eines Tages “großen Kummer bereiten”.

Der “Raubvogel”, der über dem Kind kreiste, entsprang offenkundig der Fantasie der Mutter, und solche Fantasien können toxisch sein. Kinder haben ein feines Gespür für Empfindungen von Erwachsenen, sie nehmen sie in sich auf, ohne ihnen Sinn geben zu können. Um solche Kontexte muss es gehen, will man extremes Verhalten begreifen. Dylans Mutter hatte ihre Fantasie über den Sohn nie reflektiert, sondern deutete sie um zum Omen.

Stephen Paddocks Bruder Eric hoffte, man werde Anomalien an Stephens Gehirn finden, “andernfalls wären wir alle in Schwierigkeiten”, denn dann sei man ja vor niemandem sicher. Mit dem “Wir” gab er auch die Angst der Familie preis, dass sich Verbindungen zwischen dem Handeln des Bruders und der Gruppe der Verwandten knüpfen ließen. Dabei ist es zentral, genau diese Verbindungen zu suchen, um Tat und Täter zu entmystifizieren, um aufzuklären, um heilen und präventiv denken und handeln zu können.

Die Familie habe das Gefühl, als sei “gerade ein Asteroid auf uns gefallen”, sagte der Bruder Eric. Doch solche Aussagen widersprechen allen Erkenntnissen der Soziologie und Psychologie. Jede Straftat entsteht auch aus dem Umfeld heraus, kein Täter fällt als Asteroid aus heiterem Himmel. Auch Stephen Paddock nicht. Und ein Motivmosaik kann entstehen, auch wenn ein Wald aus Fragezeichen bleibt und stets das “wenn es so war” mitgelesen werden muss, auch hier, wo es darum geht, nachträglich ein Kind zu sehen, um etwas von der ungeheuerlichen Entgleisung des Erwachsenen zu begreifen.

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Image Source: sepp-weiler.com

Im Mai 1960 gewinnt der sieben Jahre alte Junge Stephen Paddock einen regionalen Klavierwettbewerb für Kinder in Tucson im US-Bundesstaat Arizona. Er wird stolz gewesen sein darauf, dass sein Name samt dem Geburtsjahr 1953 im Arizona Daily Star veröffentlicht wurde. Vermutlich haben ihn die Eltern gelobt, und die Jury wird er mit etwas überzeugt haben, vielleicht mit Musikalität, Auftreten, Virtuosität oder einfach Mut.

Aus dem Kind, das im Mai 1960 in Arizona sein kleines Konzert gegeben hatte, wurde ein halbes Jahrhundert später ein Mörder, der die Besucher eines großen Konzerts niederschießen würde. Warum die in ihrer Dimension maßlose, unsühnbare Straftat, wie ein Kriegsverbrecher in einem privaten Krieg wider die Gesellschaft? Spuren einer Antwort finden sich vielleicht, das ist die Hypothese, in der Katastrophe seiner Sozialisation.

Was über Stephen Paddocks frühe Jahre zu erfahren ist, betrifft zunächst vor allem seinen Vater, einen schillernden Kriminellen. Die ersten Paddocks sollen Ende des 18. Jahrhunderts in die USA eingewandert sein, in der protestantischen Familie gab es Nachfahren von Einwanderern aus Deutschland, Großbritannien und Norwegen. Stephen Paddocks Großvater väterlicherseits, Benjamin Hoskins Paddock Senior, kam 1881 im Gebiet der Großen Seen im Nordosten Amerikas zur Welt, als dort noch Pioniergeist herrschte. Er arbeitete als Möbeltischler, Holzhändler und heiratete um 1920 Olga Gunderson aus Sheboygan in Wisconsin, einem Hafenstädtchen am Ufer des Lake Michigan. Olga war 1888 als dritte von vier Schwestern geboren, ihr Vater Gustav, schwedischer Herkunft, segelte als Kapitän auf den Großen Seen. Die Familie war durch Handel zu Wohlstand gekommen – und Olga Gunderson hatte offenbar unter ihrem Stand geheiratet.

1926 bekam das Paar einen Sohn, Benjamin Hoskins Paddock Junior, der ihr einziges Kind blieb. Beide Eltern waren für damalige Verhältnisse recht alt, die Mutter 38, der Vater 45. Über seine Kindheit und Jugend sprach der Sohn später, im Alter von 34 Jahren mit einem Psychiater, William B. McGrath, der ihn 1960 für ein Gerichtsgutachten untersuchte. Bei seinen Eltern habe er jede Freiheit genossen, erklärte Benjamin Junior, er sei “mit fast allem durchgekommen” und habe mit zwölfeinhalb Jahren sein eigenes Auto gehabt. Denkbar ist, dass das alternde Elternpaar dem vitalen Sohn nicht gewachsen war, oder dass die Eltern ihrem womöglich langersehnten Kind schlicht viel Freiraum ließen.

1935 lebten die Paddocks am Lake Superior in Wisconsin, um 1940 war die Familie umgezogen nach Cook County, Chicago City. Für Benjamin Junior endete dort vermutlich die wildwüchsige Freiheit von Wisconsin. Mit 15 brach er die Schule ab, um sich 1941 freiwillig zur US-Navy zu melden, wo er bald wegen mangelnder Disziplin entlassen wurde; die Armee schien froh, ihn loszuwerden. Der Junior kehrte heim und ließ sich “von der Mutter verwöhnen”. 1943 oder 1944 lebte Benjamin Junior bei einer Tante in Los Angeles und jobbte als Busfahrer für die L.A. Railroad Company, bis man ihn rauswarf. Er hatte unerlaubte Spritztouren mit den Bussen unternommen.

Zurück in Chicago arbeitete er bei der Greyhound Bus Company in Chicago, wurde aber 1946 wegen Autodiebstahls, Urkundenfälschung und Hochstapelei verurteilt. Unter anderem soll er seinem Vater, der Büroarbeit für die Armee leistete, Army-Briefpapier für gefälschte Kaufverträge entwendet haben. Mit 19 landete der Junior für fünf Jahre in einer berüchtigten Anstalt, dem Stateville Correction Center in Joliet im Bundesstaat Illinois.

Prägende Jahre verbrachte der künftige Vater von Stephen Paddock in Joliet, einem monumentalen Kalksteinbau von 1858. Physische Gewalt durch das Personal war dort verboten, doch es herrschte ein Regime extremer Kontrolle – Bedingungen, die Wut, Angst und Verzweiflung auslösen können. Bis 1950, als im Inneren der Mauern das Bargeld abgeschafft wurde, soll heimliches Karten- und Glücksspiel um Dollars beliebt gewesen sein. Benjamin Paddock Jr., der später Spielsalons eröffnete, dürfte in dieser “Zockerepoche” dort viel gelernt haben.

Isolationszellen in Joliet sahen aus wie mannshohe Käfige, und Paddock Jr. erklärte gegenüber dem Psychiater, er sei so oft in Schlägereien verwickelt gewesen, dass er “siebzig Prozent” der Zeit in Einzelzellen verbrachte. Es zeugt von erheblicher Resilienz, dass der junge Mann, der ein halbes Jahrzehnt im Klima von Joliet verbracht hatte, mit genügend Energie in die Freiheit ging, um nicht nur sofort wieder mit dem Autohandel weiterzumachen, sondern auch 1952, ein Jahr nach seiner Entlassung, Hochzeit zu feiern. Auch die heute mit neunzig Jahren in Kalifornien lebende Mutter scheint Schlüsselfigur der Tragödie zu sein. Als Dolores Irene Hudson am 16. Juli 1952 den Benjamin Hoskins Paddock Jr. heiratete, dürfte ihr klar gewesen sein, dass der Bräutigam vorbestraft war. Benjamin Paddock Jr., zwei Jahre älter als sie, eloquent, flamboyant, mag ihr vorgekommen sein wie ein Freigeist, einer, der sich von Autoritäten nicht einschüchtern ließ. Beide waren zur Zeit der Great Depression in den USA geboren, als Kühnheit besonderen Wert hatte.

Das Paar heiratete in Reno, Nevada am 25. August 1952, und lebte in der Kenmore Street in Chicago. Die Braut war eine Enkelin von Henry Tausch aus Nauvoo, Hancock County, Illinois, wo die Familie seit mindestens 1828 ansässig war. Dolores Hudson war 1928 in Nauvoo geboren, einem von Mormonen gegründeten Ort am Ostufer des Mississippi, der Mitte des 19. Jahrhunderts einige Jahre lang eine Modellsiedlung der Ikarianer war, utopischer Sozialisten.

Irene war die Tochter von Ralph Rolland Hudson (1893-1969) und Elsie Marie Hudson, geborene Tausch (1893-1945), deren Familie aus Deutschland stammte. Die Mutter starb, als Dolores 17 und ihre Schwester Ora Elaine 14 Jahre alt waren, eine dritte Schwester, Doris, war noch jünger. Vermutlich musste die Älteste nach dem Tod der Mutter für den Vater und die Schwestern sorgen – und dürfte damit überfordert gewesen sein. Der verwitwete Vater der Braut wird wenig beglückt gewesen sein über das Aufgebot mit einem Ex-Sträfling, der als reisender Autoverkäufer durch die Lande zog.

Am 4. April 1953 bekam das Paar in Clinton, Iowa den Sohn Stephen, doch Benjamin Junior kam wenige Monate nach Stephens Geburt erneut ins Gefängnis – die eben gegründete Familie war auseinandergerissen. Der junge Vater verbrachte die ersten drei Lebensjahre seines Sohnes in Joliet. Die Anklage von 1953 lautete auf Scheck- und Urkundenbetrug in Höhe von 90000 Dollar, vermutlich hatte er damit die Familie versorgen wollen. “Was haben wir dir gesagt?”, wird die Mutter von Verwandten gehört haben. Kaum war ihr Mann wieder frei, siedelte die Kleinfamilie Paddock im August 1956 von Chicago um nach Tucson in Arizona, so entrannen sie dem Umfeld, das von den Vorstrafen wusste.

Stephen war dreieinhalb, als ein ihm nahezu fremder Vater auftauchte, der bereits acht seiner dreißig Lebensjahre in Haft verbracht hatte, doch in Tucson schien sich alles zu normalisieren. Die Familie lebte auf dem North Camino Miraflores, einer Straße am Rand der Stadt in einem typischen Bungalow umrahmt von Kakteen und Sträuchern. Geld aus der Familie der Mutter half für den Neustart am neuen Ort. Hier, und nur hier in Tucson, erlebte Stephen Paddock eine Zeitlang eine Art familiärer Normalität. In der Phase, in der sich Kinder von der Mutter ablösen, war der Vater zur Stelle, und er hat vielleicht mit ihm im Garten getobt, gespielt, gebastelt. Benjamin Paddock Jr. dürfte ein impulsiver Vater gewesen sein, und einer der faszinierende Fähigkeiten besaß, als Elektriker, Händler, Hobbyfunker und Automechaniker. Er betrieb zwei Tankstellen und verdiente nebenher als Verkäufer von Abfallcontainern.

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In jedem, der wenigen Jahre, die sie mit ihrem Mann verbrachte, wurde Dolores Irene Paddock schwanger. 1957 wird Patrick Benjamin Paddock geboren, 1959 kommt Bruce Douglas Paddock zur Welt, 1960 der Jüngste, Eric, und Stephen musste die Mutter mit immer mehr Rivalen teilen. Kurz vor der Geburt von Bruce nahm der Vater ein Ehrenamt auf – ausgerechnet als Bewährungshelfer zur Resozialisierung straffälliger Jugendlicher. Aus der Zeit soll sein Spitzname “Big Daddy” stammen. Vor dem Psychiater brüstete er sich: “Ich habe behauptet, dass ich einen Abschluss in Psychologie habe, und keiner hat das nachgeprüft.” Er verlor allerdings sein Ehrenamt bald, als seine Vorstrafen bekannt wurden. Keiner, sagte er zu McGrath, sei unter seiner Obhut rückfällig geworden.

Er selbst aber wurde es. Nach der Geburt von Patrick begeht der Familienvater einen bewaffneten Raubüberfall auf eine Filiale der Valley National Bank in Phoenix in Arizona und erbeutet 11210 Dollar, gut ein Drittel des damals durchschnittlichen Jahreseinkommens in den USA. Zwei Monate vor der Niederkunft der Mutter mit Bruce begeht er einen weiteren Banküberfall zur Aufbesserung der Familienkasse: 9258 Dollar. Als im März 1960 der vierte Sohn da ist, Eric, muss es ein unruhiges Elternhaus gewesen sein. Doch als sei der Älteste unbeirrt von dem Wirbel, gelang es Stephen, den Klavierwettbewerb zu gewinnen, ein Zeichen für Fähigkeit zur Abschottung, zur Konzentration.

Vier Söhne und eine Frau – was tun? Ende Juli 1960 zwingt Benjamin Paddock Junior einen Bankangestellten mit einer Waffe zur Herausgabe von 4620 Dollar. Diesmal verfolgt ein Mitarbeiter der Bank sein Fluchtauto, einen Pontiac mit zwei Antennen zum Abhören von Polizeifunk. Benjamin Junior hatte vor dem Überfall ein Hotelzimmer in Las Vegas gebucht, wo er die Beute im Casino zu mehren hoffte. Dann, an einer Tankstelle in Las Vegas, griff die Polizei zu. Der Gestellte gab erst auf, als die Kugel eines Polizisten seine Windschutzscheibe durchschlug. Sein Spiel war aus.

Wenig später stand die Polizei vor der Tür von Irene Paddock, um Haus, Garage und Garten zu durchsuchen. Unruhe und Panik der Mutter werden enorm gewesen sein, und sie schickte Stephen, wie ein Lokalblatt berichtete, mit einer Nachbarin zum Schwimmen, damit er nichts mitbekam. Dieser Tag der Verhaftung des Vaters in Las Vegas war das Datum ihres Zusammenbruchs. Der Mutter muss klar geworden sein, dass ihr Mann für viele Jahre hinter Gitter kommt – den Kindern erklärte sie, ihr Vater sei tot, eine Lüge, mit der sie über Jahre lebten. Ein Jugendfreund der jüngeren Brüder erinnerte sich im Gespräch mit der New York Times, die Mutter habe ihnen erzählt, der Vater sei bei einem Arbeitsunfall als Automechaniker ums Leben gekommen. Es war ihr Konstrukt gegen Scham und Schande.

Doch ein wacher Siebenjähriger wird spüren, dass zu Hause etwas Katastrophales geschieht, dass die Mutter keineswegs in Trauer ist, sondern in Angst und Not, dass Erwachsene flüstern, sobald die Kinder auftauchen. Warum gibt es kein Grab, keine Trauerfeier? Mit dem plötzlichen Verlust des Vaters war Stephen Paddock, der ihn als einziger der Söhne bewusst erlebt hatte, allein. Er hatte sich nicht verabschieden können. Der Vater blieb alle Antworten schuldig.

Kaum jemand wird von Kindern heftiger idealisiert als ein abwesender, mythischer Vater. Zugleich wird er in Ambivalenz gehasst, weil er die Kinder verlassen hat. Für Stephen Paddock kann die emotionale Detonation, die Nachricht vom “plötzlichen Tod” des Vaters, eine unheimliche Bestätigung der Ahnung gewesen sein, dass immer etwas Bedrohliches in der Luft gelegen hatte, dass “etwas Schlimmes” passiert war – oder passieren könnte. In der Trauer um ein Elternteil durchleiden alle Kinder Phasen der Wut, die zu dem Schuldgefühl beiträgt, das ohnehin existiert: Was ist an mir, dem Kind, so schlecht, dass ich verlassen wurde? Besteht gerade die typische ödipale Konkurrenz mit dem Vater, wird das Schuldgefühl noch gesteigert. War ich so wütend, dass Daddy daran gestorben ist? Und warum ist der gute Daddy tot und nicht das böse Kind?

Es scheint plausibel, davon auszugehen, dass die familiäre Katastrophe des Juli 1960 verheerende Folgen vor allem für Stephen Paddock hatte, dass seine seelische Not von niemandem gesehen wurde und er ungetröstet blieb. Auch wird der Älteste von der Mutter gehört haben, er, als ihr “big boy” müsse jetzt auf die Kleinen achten, stark und tapfer sein, Mutters Mann im Haus. Solche Signale bedeuten: “Sei du der Vaterersatz, der Ehemannersatz!” Im starken Kontrast dazu wird es offene und subtile Botschaften gegeben haben wie: “Werde bloß nicht wie dein Dad!” Oder: “Du bist so schlimm wie dein Dad!” Ambivalente Botschaften über den Vater, über Männlichkeit und seine eigene Rolle als Retter, Helfer, Ersatzpartner und Sündenbock sind anzunehmen.

Wo sich ein Kind derart spannungsgeladenen Affekten ausgesetzt sieht wie Stephen damals, läuft es Gefahr, emotional zu kollabieren. Um der Überwältigung durch Affekte zu entgehen, sucht die Psyche nach Wegen, seelische Last abzuspalten. Wo Erwachsene, wie im Fall Paddock, Kinder massiv belügen, kann nichts bearbeitet werden, nichts durchlebt und betrauert. Das Kind findet sich in einer Kakophonie aus Forderungen, Tabus, Schuldgefühlen und Ängsten. In der Familie hatte sich Dynamit angesammelt, sie war ein Speicher emotionaler Sprengsätze geworden – und wieder auf der Flucht. Irene Paddock plante den Umzug nach Kalifornien, in die Nähe von Verwandten, und wieder weg von da, wo man über ihren Mann Bescheid wusste. Sie wollte den Sprengstoff neutralisieren, damit er nicht explodierte. Doch wo immer so verfahren wird, potenziert das Leugnen und Vernebeln die unerträglichen Affekte, die sich oft viel später Bahn brechen.

Am 9. November 1960, fünf Monate nach der Festnahme, erstellte der Psychiater William B. McGrath das Gerichtsgutachten zu Stephen Paddocks Vater, dem er hohe Intelligenz, Schlagfertigkeit und ein gewinnendes Wesen attestiert, und die Fähigkeit, Recht von Unrecht zu unterscheiden. Gleichwohl sei Benjamin Paddock Jr. erstaunlich unbekümmert in Hinblick auf das, was ihn erwartet: “Er zeigt weder Verzweiflung, Alarmiertheit noch Sorge über sein Schicksal.” McGrath schildert Benjamin Hoskins Paddock als einen massigen, Mann, an die 108 Kilo schwer und 1,90 Meter groß, dessen auffällig helle, graue Augen von einer Hornbrille gerahmt waren, und der während des Gesprächs Kette rauchte.

Für die Überfälle, so wollte er sich rausreden, sei ein anonymes “Mafia-Syndikat” verantwortlich, das ihn unter Druck gesetzt habe – das klang fast, als hätte er die namenlosen Impulse seines Unbewussten beschrieben. Von seiner Familie ist auf den drei Seiten Gutachten nur als Skizze die Rede: verheiratet, vier Kinder. Einmal sagt Benjamin Paddock Jr., er habe seinen Hang zu Autorennen gedrosselt, um “dem Sohn” kein schlechtes Vorbild zu sein. Er meinte wohl Stephen.

Die Haftzeit wollte er auf keinen Fall in der forensischen Psychiatrie, sondern in einer regulären Anstalt verbringen, wo er sich durch Jobs nützlich machen und “weniger langweilen” werde. McGrath sah keine Anzeichen psychischer Erkrankung, aber “eine soziopathische Persönlichkeit”.

Der Vater saß im Gefängnis in La Tuna, Texas, als im Januar 1961 das Urteil erging: 20 Jahre Haft. Dolores Irene Paddock war dabei, mit den Kindern nach Kalifornien umzusiedeln, nur weg von da, wo dauerhaft Stigmatisierung drohte.

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So befand sich das Haus ohne Vater und mit vier kleinen Söhnen im Aufbruch, mit Kartons, Koffern, Umzugswagen. Bei der Fahrt nach Sun Valley, einem Industrieort nördlich von Los Angeles, werden sie auf dem Rücksitz eines Wagens keine Ahnung gehabt haben, wie ihnen geschah. Dann, in Kalifornien, arbeitete die Mutter als Sekretärin, die Kasse war knapp und es dürfte keinen Cent mehr gegeben haben für Extravaganzen wie Klavierunterricht. Von 1961 bis 1971 besuchte Stephen Grundschule, Mittelschule und die John H. Francis Polytechnic Senior High School. Mitschüler erzählen, er sei introvertiert gewesen, blitzschnell in Mathematik und ansonsten fast “unsichtbar”. In der Schulkantine habe er für sich allein gesessen. Manchmal habe er Regeln gebrochen, wie beim Basteln einer Brücke aus Balsaholz, die ohne Klebstoff konstruiert werden sollte. Stephen nutzte trotzdem dicke Schichten aus weißem Leim, die Klasse hatte es lustig gefunden. Zu sehen ist ein Junge, der dem Prinzip “Brücke” nicht traute, und dennoch wollte, dass etwas hält.

Am letzten Tag des Jahres, das durch den “Summer of Love” berühmt wurde, am 31. Dezember 1968, war Benjamin Paddock Jr. aus dem Gefängnis in La Tuna, Texas, ausgebrochen, vermutlich während der Silvesterparty. Er floh Richtung San Francisco, nur um sofort wieder einen Bankraub zu begehen und sich die nötige Barschaft für sein Untertauchen zu beschaffen. Landesweit berichteten die Medien vom Ausbruch des Häftlings.

Stephen Paddock war fünfzehn, als der Vater “auferstanden” war, als die Söhne erfahren haben müssen, dass ihr Vater lebt. Plötzlich zu wissen, dass der totgeglaubte Vater lebt, muss eine der stärksten Erschütterungen im Leben der Brüder gewesen sein, die begriffen, wie massiv sie alle belogen worden waren, dass die Mutter ihren Vater symbolisch getötet, und dieser sie alle verlassen hatte.

Im Juni 1969 fand sich der Name des Flüchtigen auf dem FBI-Steckbrief der zehn meistgesuchten Straftäter im Land. Der Flüchtige sei ein “Soziopath”, stand da, er sei bewaffnet und “suizidal”. An Suizid dachte er keineswegs. Volle zehn Jahre gelang es Benjamin Paddock Jr., sich unentdeckt ein neues, lukratives Leben zu schaffen.

Aus Unterlagen des Northridge-College California geht hervor, dass Stephen Paddock dort 1970 angegeben hatte, sein Vater sei neun Jahre zuvor gestorben. Zu der Zeit war sein Vater dabei, unter dem Aliasnamen Bruce Warner Erickson und mit einem Ziegenbärtchen zur Tarnung in Junction City in Oregon einen Handel mit Autoreifen und Autos aufzubauen. Ob Frau und Söhne davon wussten? Wenn ja, dann hielten alle dicht.

1977 gab das FBI die Suche vorerst auf, und sofort riskierte Benjamin Paddock Jr. das Eröffnen eines Bingo-Salons in Springfield, Oregon, wo er es als “Bingo Bruce” zur lokalen Berühmtheit brachte. Der Vater, der sich selber schon “Patrick” genannt hatte, nahm mit “Bruce” und “Eric” weitere Vornamen seiner Söhne in sein Alias auf. Nur Stephen kam darin nicht vor, als hätte er Scheu vor dem Namen des Ältesten, den er am tiefsten enttäuscht hatte.

Zu der Zeit, als “Bingo Bruce” sich in Springfield etabliert hatte, bestand Stephen Paddock 1977 das Examen in Betriebswirtschaft an der California State University, Northridge. Er arbeite als Buchhalter und Wirtschaftsprüfer und heiratete im Juli 1977 in Kalifornien eine College-Freundin; die kinderlose Ehe hielt rund zwei Jahre. Indes flog 1978 die Tarnung von Benjamin Paddock Jr. auf, als einem FBI-Beamten das Foto des “Bingo Bruce” in einem Lokalblatt bekannt vorkam. Zerknirscht bekannte er sich der Flucht schuldig, kam kurz wieder in Haft – und wurde im März 1979 begnadigt. Eine Petition von 1600 Einwohnern von Springfield hatte die Richter erweicht.

Schon im Mai 1979 eröffnete er ein weiteres Bingo-Center in Springfield. “Ich heiße jetzt Erickson”, sagte er einem Reporter am Ort, “Paddock ist tot.” Sein voriges Leben sollte beerdigt sein – ganz so wie in der Lüge seiner Frau. Im November 1982 kam bei einer Razzia ans Licht, dass Paddock/Erickson illegale Glückspielprofite einstrich. Er zahlte Kaution und blieb in Freiheit, wie 1987 erneut, als er eine Kaution von satten 623000 Dollar hinlegen konnte. Mit einer neuen Lebensgefährtin soll er die letzten Jahre seines Lebens in Texas im Autohandel tätig gewesen sein, und als er 1998 in Arlington beerdigt wurde, stand “Bruce Erickson” auf seinem Grabstein.

Stephen Paddocks Laufbahn wirkt zunächst wie ein kompletter Gegenentwurf zur Vita des Vaters. Schon der Beruf als Buchhalter und Wirtschaftsprüfer impliziert Seriosität, Verlässlichkeit, Sesshaftigkeit. Doch aus den Fugen und Rissen der anständigen Existenz drang nach und nach das Verleugnete hervor.

Während des Studiums soll Stephen Paddock nächtelang am örtlichen Flughafen gejobbt haben, später arbeitete er zeitweise als Steuerprüfer bei der Finanzbehörde. 1985 heiratete er zum zweiten Mal, und auch die kurze, bis 1990 dauernde Ehe blieb kinderlos. Er nahm eine Stelle als Wirtschaftsprüfer für den Technologiekonzern Lockheed Martin an, die er 1988 kündigte, als er sich ins Immobiliengeschäft begab, Mietshäuser sanierte und teils für Millionen weiterverkaufte. Während gewalttätiger Unruhen in Los Angeles sahen Nachbarn ihn 1992 auf dem Dach einer seiner Immobilien bewaffnet in schusssicherer Weste patrouillieren, bereit, von oben zu schießen – wie am 1. Oktober 2017 aus dem Hotel.

Stephen Paddock erwarb in Alaska einen Jagd- und einen Angelschein, in Kalifornien einen Pilotenschein für Kleinflugzeuge. Er spielte mit Abenteuer- und Verteidigungsbereitschaft, soll sich leger gekleidet haben, schätzte luxuriöse Hotels und Kreuzfahrten und lud Bekannte für tausende von Dollar in Restaurants ein. Er lebte abwechselnd in Reno und bei Las Vegas, mehrere Immobilien kaufte er, auch zusammen mit Bruder Eric und seiner Mutter, an den Wohnorten der Kinder- und Jugendjahre. Immobilien in Nevada, Texas und Kalifornien brachten Mieteinnahmen, und nebenher entwickelte sich Stephen Paddock zum hochfrequenten Casinogänger. Wie der Vater betrieb er extensives Glückspiel, doch nicht als geselliger Spieler, sondern kälter, allein, an Automaten: der Junge, der isoliert in der Schulmensa aß.

Je mehr Stephen Paddock in den Casinos reüssierte, desto mehr entfaltete er Züge einer Grandiosität, die Depressivität maskiert. Die Lebensgefährtin berichtete den Ermittlern, er habe immer weniger Fähigkeit zu Nähe gehabt. Prostituierte, die Paddock besucht haben sollen, sagten der Presse, er habe etwa die Fantasie genossen, dass gefesselte Frauen um Hilfe rufen. Vor Escort-Ladies soll er damit angegeben haben, der Sohn eines berühmten Bankräubers zu sein. “I have bad blood”, soll er gesagt haben, und: “I was born bad”. Er schätzte Donald Trump, war aber politisch nicht engagiert. Den Frauen war aufgefallen, dass Paddock glaubte, beim 11. September 2001 habe es sich um einen “inside job” der US-Behörden gehandelt. Sein “11. September” war der 1. Oktober 2017 – und das war ein “inside job”; ein Szenario aus seinem eigenen Inneren.

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“Steve war mein Ersatzvater!”, erklärte Eric Paddock unmittelbar nach dem Attentat, und pries seine Großzügigkeit. Ermittlern gegenüber sprach er dann auch vom “Narzissmus” und Egoismus des Bruders. Als einziger der vier Brüder scheint Eric in ein bürgerliches Leben gefunden zu haben, mit Haus in Florida, Ehe und vier Kindern. An Eric hatte Stephen Paddock den Auftrag, den Vater zu ersetzen in vieler Hinsicht erfüllt, offenbar aber wenig Sorge um die mittleren Brüder gezeigt, Patrick und Bruce. Stephen schien sich vor allem eine imaginäre Kernfamilie geschaffen zu haben: Mutter, jüngster Bruder als “Sohn”, und er selber als “Vater”.

Patrick Paddock lebt als Ingenieur in Tucson und erklärte nach dem Attentat, er habe seit zwanzig Jahren keine Verbindung zu “Steve” und ihn auf Fotos nicht wiedererkannt. Stephen sei der am wenigsten gewalttätige der vier gewesen, sagte er einer Zeitung, “der langweiligste”. Alle Brüder hätten starke Aggressionen gehabt, er selber habe seine in 17 Jahren Air Force in den Griff gekriegt. Die Familie sei so arm gewesen, dass die Söhne in Sun Valley miteinander um die rare Vollmilch stritten, da es meist das billigere Getränk aus Milchpulver gab. Indem er dieses Beispiel wählte, schien Patrick auch über den Kampf um Muttermilch zu sprechen, um mütterliche Liebe.

Von Bruce Paddock wurde nach dem Attentat bekannt, dass er seit Längerem polizeilich gesucht wurde. Der obdachlose Bruder des Immobilienmillionärs war 2015 in Kalifornien aus einer Autowerkstatt in Sun Valley, dem Ort, an dem die Brüder aufwuchsen, als Mietnomade zwangsgeräumt worden. Anzeigen gegen ihn hatte es seit Jahren gegeben, wegen Körperverletzung, Diebstahl, Randalieren, Vandalismus, Brandstiftung. Bis 2006 war er zeitweise unter Adressen von Immobilien seines Bruders gemeldet.

Als die Fernsehbilder vom Las-Vegas-Attentat kamen, stellte er sich der Polizei. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Kindesmissbrauch und den Besitz von 600 Abbildungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder vor. Ähnlich wie Stephen Paddock an seinem Tatort im Hotel hatte Bruce öfter versucht, Aufenthaltsorte von sich mit Überwachungskameras und Sprengfallen zu sichern. Wie sein Vater hatte er auf der Flucht vor der Polizei sein Aussehen verändert. Vor Gericht erschien Bruce Paddock gebeugt und im Rollstuhl sitzend. Er plädierte auf unschuldig.

Viele Anzeichen weisen darauf, dass die vergrabenen Sprengsätze aus der Kindheit der Paddock-Söhne Jahrzehnte später, ultimativ explodiert sind – mit der ungeheuerlichen Tat des ältesten Sohnes Stephen in Las Vegas.

Als Tatort wählte er die Stadt, in der sein Vater 1960 mit einer Waffe im Auto und unterwegs zu einem Hotel sein Glück im Spielcasino suchen wollte. In Las Vegas hatten Polizisten dem siebenjährigen Stephen den Vater fortgenommen. 57 Jahre später fuhr Stephen Paddock, mit Waffen im Auto in Las Vegas zu einem Hotel mit Spielcasino, um eine extreme, mörderische Tat zu begehen. Mehrere Motivstränge können hier verknüpft sein – als sollte die Tat den Vater überbieten, oder sich für ihn rächen, oder sich an ihm und an der Verstörung und Entstellung einer Kindheit rächen, in der die Erwachsenen als verlogene Komplizen agierten.

Stephen Paddock zerschlug zwei Hotelfenster und verwandelte sie in Schießscharten. 1960 hatte ein Polizist in Las Vegas die Windschutzscheibe des Wagens von seinem Vater zerschossen, damit der sich ergab. 2017 zertrümmerte Stephen Paddock Scheiben, um nach außen zu schießen. Er feuerte aus zwei Fenstern, wie ein Riese aus zwei irren Augen, groß und mächtig – nicht klein und ausgeliefert und anonym wie die Mächte von damals – war der Täter für seine Opfer.

Liest man es so, dann nahm die Tat Bezug auf den Ort, an dem das Vertrauen des Kindes in die Welt gemordet worden war. Mächte, die für das Kind keine Gesichter hatten waren am Werk gewesen, Kräfte der Verdunklung, deren Sinn das Kind nicht erkennen konnte – und sollte. Der Erwachsene tötete im Dunklen für ihn Gesichtslose, als wollte er mit dem Szenario das inszenieren, was seine verwüstete Psyche gequält hatte. Aus erhöhter Position mordete er Menschen, die sich am Boden befanden, klein wie Zwerge, klein wie Kinder, die einem Vater nichts wert waren. Die verdichteten Umstände – Las Vegas, Hotel, Casinos, Waffen, Gewalt – weisen auf das maximal destruktive Ausagieren einer unverdauten, zu Kälte und Grausamkeit transformierten Geschichte, auf unerträgliche psychische Zustände.

Zwei Monate vor dem Massaker in Las Vegas hatte er unter anderem noch einen weiteren signifikanten Ort ausgekundschaftet. Im Blackstone Hotel in Chicago hatte er zwei Zimmer gebucht, von denen aus er einen Blick auf das dortige Lollapalooza-Musik-Festival im Juli 2017 gehabt hätte. Doch der Gast tauchte dort nicht auf. Er hatte sich umentschieden für Las Vegas. Chicago war die erste Stätte, an der Stephen als Kind den Vater durch Haft verloren hatte, 1953, als die Familie in der Kenmoore Street lebte, wenige Kilometer vom Festivalgelände.

Weil ihm die feuchte Meeresluft in Florida, wo er bis 2015 häufig lebte, nicht behagte, soll Stephen Paddock 2015 von dem Ort, wo Bruder Eric und die Mutter wohnten, nach Nevada umgezogen sein. In der Nähe von Las Vegas kaufte er ein Haus am Ort Mesquite. Möglicherweise hatte er sich irgendwann in dieser Zeit intensiver mit der Geschichte seines Vaters auseinandergesetzt und hatte in den Archiven der Zeitungen von damals gelesen, was heute jeder online kann.

Ab 2016 begann Paddock, legal ein großes Waffenarsenal zusammenzukaufen, etwa eine Pistole und zwei Gewehre im Laden “Guns and Guitars”, grotesk passend zu einer Attacke auf ein Konzert. Seine Freundin Marilou Danley, die von der Tat nichts ahnte, berichtete dem FBI, Stephen Paddock habe gegen Ende seines Lebens im Schlaf öfter gestöhnt und “Oh, my God!” gerufen. Er soll oft Kopfschmerzen gehabt haben und nahm Valium ein. In einem langen, von geheim gehaltener Planung und eskalierenden Fantasien begleiteten Prozess mutierte der Glücksspieler zum Unglücksspieler, der wahllos mit Menschenleben spielte.

Auch wenn Stephen Paddock keinen der Menschen kannte, auf die er schoss: Einer der Überlebenden, ein junger Mann, trägt denselben Nachnamen wie Olga, die Großmutter des Täters: Gunderson. Ein Zufall, der noch deutlicher macht, dass die Tat mitten in der Gesellschaft geschah, zu der Paddock gehörte.

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Eine Langfassung des Essays erschien in: Psychoanalytische Familientherapie, Gießen, 2017. Hier kommen Sie zur Langfassung des Textes in Deutsch und Englisch mit Quellenangaben zum Download.

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